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Eintracht

MännerGesangVerein „Eintracht“ Rheinweiler

Schon im Jahre 1864 taten sich sangesfreudige Bürger des Ortes Rheinweiler zusammen, um gemeinsam das Lied zu pflegen und damit einen Gesangverein zu gründen. Mit dem Antrag über den Gemeinderat an das Großherzogliche Bezirksamt Müllheim wurde um die Genehmigung eines Gesangvereins mit dem Namen „Germania´´ und der Statuten ersucht.

Wortlaut des Antrags des Gemeinderates: „ Der Gesangverein in Rheinweiler, hier die Bitte um Genehmigung der Statuten. Eine Anzahl hiesiger junger Männer haben in der Absicht hier ein Gesangverein unter dem Namen „Germania´´ auch die beifolgenden Statuten mit der Bitte übergeben, solche Großherzoglichen Bezirksamt zur Einsicht einzusenden und denselben um Genehmigung der Gesellschaft und der Statuten zu ersuchen. In dem wir dem Wunsche der Bittsteller entsprechen, bemerken wir, dass die selben wie sie in den Statuten eigenhändig unterzeichnet sind, hier einen guten Ruf genießen, wir empfehlen deshalb die Genehmigung und wünschen, dass der Verein gut gedeihen und seine Aufgaben erfüllen möge. Rheinweiler. 26.Oktober 1864, Der Gemeinderat, A.Wenk.´´

In Rheinweiler hat sich nun ein Gesangverein unter dem Namen „Germania´´ Rheinweiler gebildet.

Der Vorstand: „Direktor:´´ Julius Wittum, „Präsident:´´ Nikolaus Wenk, „Rechner:´´ Otto Fräulin, „ Protokollführer:´´ Gustav Dosenbach. Unter dieser Vorstandschaft hat der Verein einige Jahre aktiv gewirkt und gesungen, auch unter späteren Vereinsführungen bis Ende der neunziger Jahre. Mangels Sänger (Wegzug und Auswanderung aktiver Mitglieder) gab es eine Stagnierung oder Pause, und es konnte nicht mehr gesungen werden.

Im Jahre 1905 fanden sich aus dem damals etwa um 270 Einwohner zählenden Ort Rheinweiler sangesfreudige Männer wieder zusammen, um unter dem Dirigentenstab eines örtlichen Bürgersohnes namens Arnold Wenk das gemeinsame Lied zu pflegen. Gleichzeitig wurde der bisherige Name des Vereins „Germania ´´ aufgegeben und an dessen Stelle der Name „Eintracht´´ gesetzt. Diese Namensänderung erfolgte wohl aus politischer oder auch aus gesellschaftlichen Gründen. Leider zog der benannte Dirigent nach etwa zweijähriger Tätigkeit nach Amerika. Sein Nachfolger war ein Herr Leppert aus Kleinkems, welcher mehrere Jahre als Chorleiter wirkte. Damalige aktive Sänger (Vereinsführung eingeschlossen): August Basler, Alfred Dosenbach, Ernst Gr. Dosenbach, Karl Dosenbach, Alfred Fräulin, Ernst Fräulin, Hermann Fräulin, Friedrich Heftle, Leopold Müller, Julius Schöchle, Karl Otto Stächele, Theodor Stächele, Albert Strittmatter, Oskar Strittmatter, Sigmund Strittmatter, Eugen Wenk, Ernst Wenk, Johann Wenk, Josef Wenk, Konrad Wenk, Max Wenk und wohl auch Unbekannte.

Doch nicht allzu lange sollte die Freude dauern, gemeinsam im Verein zu singen. Der Krieg 1914/18 brachte wieder einen Stillstand in der Vereinstätigkeit und löschte durch den Einzug der Männer in den Kriegsdienst alle Aktivität aus. Nicht nur die Dauer des Krieges, sondern auch die armen Nachkriegsjahre mit einer Inflation und Not wirkten lähmend auf die Lebensfreude der Einwohner und der kulturellen Entwicklung des Dorfes.

Erst im Jahre 1930 vereinten sich wieder die Sänger zur Pflege des deutschen Liedes und des Chorgesangs. Die neue Vorstandschaft oder Vereinsführung: 1.Vorstand: Johann Dosenbach, Kaufmann; Dirigent: Karl Bohn, Hauptlehrer; 2. Vorstand: Ernst Bächlin, Bürgermeister; Rechner: Franz Bächlin, Angestellter; Schriftführer: Franz Wenk, Schreiner; Aktive (Sänger): Ernst Bächlin, Franz Bächlin, Ernst Basler, Hermann Basler, August Baßler, Ruprecht Baßler, Baptist Dosenbach, Gerhard Dosenbach, Hans Eugen Dosenbach, Johann Dosenbach, Leonhard Dosenbach, Max Dosenbach, Richard Dosenbach, Hermann Fräulin, Hugo Fräulin, Leopold Fräulin, Reinhard Giesel, Bernhard Gilgin, Reinhard Gilgin, Albrecht Heftle, Bernhard Heftle, Karl Lacher, Karl Marggrander, Ludwig Rabus, Oskar Schütterle, Alfred Stächele, Edmund Stächele, Otto Stächele, Robert Stächele, Theodor Stächele, Erwin Strittmatter, Richard Strittmatter, Eugen Wenk, Franz Wenk, Rudolf Wenk, Karl Wolf sen., Karl Wolf jun.

In den Jahren bis 1938 (Kriegsausbruch) stand der Verein unter folgender Leitung: Vorsitzende: Ernst Bächlin (1931 -1934), Ernst Dosenbach (1935), Ludwig Rabus (1936 – 1938); Dirigenten: Karl Bohn (1930 – 1935), Ludwig Feigenbutz (1936 – 1938).

Es folgte nun der unheilvolle Weltkrieg 1938 – 1945, zu dem nicht nur alle Sänger eingezogen, sondern unser Dorf auch über 50 % zerstört wurde. Hier gingen alle Akten des Vereins verloren oder wurden unauffindbar. Es sind daher außer einer Vereinsanmeldung mit Statuten im Jahre 1864 aus dem Gemeindearchiv keine Unterlagen des Vereins vorhanden und man muss sich mit mündlichen Überlieferungen begnügen.

Nach dem Krieg im Jahre 1949 kam es wieder zu einer Sammlung der Sänger, heimgekehrt aus dem Krieg und Gefangenschaft. Hierzu kamen Neuaufnahmen und so konnte wieder im Verein gesungen werden.

Vorsitzende: Bernhard Giesel (1949 – 1951), Robert Stächele (1952 – 1958), Erwin Strittmatter (1959), Edmund Stächele (1960 -1961), Willi Streck (1962 – 1965), Adolf Frey (1965 – 1966), Karl Stächele (1967 – 1971), Lothar Basler (1972 – 1977), Urban Kumlin (1978 – 1979), Willi Thoma (1980).

Dirigenten: Ludwig Feigenbutz (1949 – 1951), Faller (1952 – 1954), Gramlich (1955 – 1965), Trenkle (1966 – 1967), Hangarter (1968), Fräulin (1969 – 1970), Hangarter (1971 – 1972), Stächele (1972 – 1974), Frau Fini van Gelder (1975), Vinskis (1976), Best (1977), Günter Meyer (1978 – 1980).

Es ist hier ehrenhalber zu bemerken, dass Bäckermeister Rudolf Gerspacher etliche Jahre als Vizedirigent wirkte.

Getreu sich immer an die Statuten vom Gründungsjahre 1864 zu halten (in denen unter I. Zweck des Vereins, Absatz 5, folgendes steht: Verbrüderung mit andern Gesangvereinen unseres Vaterlandes durch zeitweise Anwohnung und Teilnahme an großen Sängerfesten zu gemeinsamer Veredelung des Gesanges und zur Ehre des Heimatdorfes), hat der Verein in den dreißiger Jahren eine Sängerfreundschaft mit dem Nachbarsverein Kleinkems gehalten. Auch an den Veranstaltungen anderer Vereine wie Bamlach, Bellingen, Blansingen, Efringen, Huttingen, Istein u.a. hat der Verein stets teilgenommen und somit gemeinsam das Lied gepflegt.

In der Zeit 1955 – 1965, als Oberlehrer Gramlich aus Steinenstadt die beiden Vereine Bellingen und Rheinweiler dirigierte, ergab sich auch hier eine enge Sängerfreundschaft und Liedervorträge wurden zusammen ausgeführt. Auch in den letzten Jahren bis heute fanden sich erfreulicherweise der „Rheinlust´´ Bamlach und der hiesige Verein zusammen, um gemeinsam zu proben und aufzutreten. Es sind hier die alljährlichen Vorträge im Altenheim Schloss Rheinweiler zu nennen.

Außer den üblichen auswärtigen und örtlichen Vereinsfesten oder Anlässen nahm der Gesangverein „Eintracht´´ Rheinweiler am 21. Mai 1933 am Gausängertag in Badenweiler und am 2. Juni 1935 an der Hundert-Jahr-Feier des Gesangvereins der Stadt Müllheim teil. Dieses Fest war mit einem Wertungssingen verbunden, an dem der Verein mit dem Lied „Es geht bei gedämpftem Trommelklang´´ sich beteiligte und eine gute Note erreichte.

Am 2. Juni 1937 beteiligte sich der Verein am Wertungssingen in Niederweiler und sang die Lieder „Kriegers Nachtwache´´ und „ Drei Nelken´´. Trotz geringer Sängerzahl kam dieser Vortrag gut an und wurde auch sehr angenehm bewertet.

21. Mai 1950 Wertungssingen des Unteren Markgräfler Sängerbundes in Müllheim. Als Wertungslied wurde „Heilig Heimatland´´ vorgetragen. Die Benotung war befriedigend. 16. Mai 1954 Teilnahme am Wertungssingen in Britzingen, wobei man anschließend an einem Vereinsfest in Bellingen sich noch verweilte. 30. April 1961 Teilnahme am Wertungssingen in Britzingen worüber eine Urkunde mit der Bewertung gut – befriedigend vorliegt.

Im April 1962 fand in der hiesigen Turnhalle ein kleines Sängertreffen unter der Mitwirkung der Nachbarvereine Bellingen, Efringen, Istein und Steinenstadt statt. Ihm folgte ebenfalls in der Turnhalle Rheinweiler ein Sängertreffen (-tag) des Unter Markgräfler Sängerbundes mit Wertungssingen, wofür sich Dirigent Oberlehrer Gramlich bemühte. Das Wertungssingen des Sängerbundes am 18. Mai 1969 in Liel besuchte Abordnung.

Abschließend sind noch zu benennende vielen abgewickelten Aufgaben und Gesangsvorträgen bei Familiären Anlässen wie Hochzeiten, Jubiläen, Geburtstagsfeiern und auch die letzte Ehrerweisung den Gemeindemitgliedern an den Grabstätten. Durch die Gemeindereform 1974 kam die Gemeinde Rheinweiler mit den Gemeinden Bamlach und Hertingen zu der jetzigen Gemeinde Bad Bellingen. Damit entstand für den Verein ein neues Tätigkeitsfeld in der Mitwirkung und Gestaltung von Kurkonzerten gemeinsam mit dem Gesangverein Bad Bellingen oder den Vereinen Bamlach und Hertingen. Die Kurverwaltung begrüßt sehr dieses Zusammenwirken der Vereine. Es wird steht’s das Bestreben des Vereins bleiben, kulturell in der Gemeinde zu wirken und das Lied zu pflegen zum Wohle der Einwohnerschaft sowie der Bade- und Kurgäste.

Am 14.April 2010 werden die drei Männerchöre „MGV Rheinlust 1861 Bamlach„, der „MGV Eintracht 1864 Rheinweiler„ und der Männerchor Bad Bellingen 1863 zur Chorgemeinschaft Bad Bellingen Fusionieren. Damit geht eine nun mehr 146-jährige Geschichte zu ende.

Quelle: Edmund Stächele ehem. Bürgermeister von Rheinweiler und überarbeitet von André Lay

http://www.badische-zeitung.de/bad-bellingen/choere-jetzt-auch-formal-gemeinschaft–29731763.html

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